Smartglasses wie die Ray-Ban Meta machen Foto- und Videoaufnahmen zunehmend unauffällig. Im ZDF-Morgenmagazin habe ich erläutert, warum ich darin ein erhebliches Risiko für Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte sehe.
Fehlende Transparenz
Das zentrale Problem ist aus meiner Sicht nicht die Kamera als solche, sondern die fehlende Transparenz der Aufnahme. Bei der Ray-Ban Meta weist lediglich eine kleine weiße LED darauf hin, dass gerade gefilmt oder fotografiert wird.
Sie ist leicht zu übersehen und kann zudem technisch sehr einfach verdeckt werden. Betroffene können daher häufig weder erkennen, dass sie aufgenommen werden, noch sich der Aufnahme entziehen oder dagegen vorgehen.
Folgen der Intransparenz
Wie relevant gerade diese Heimlichkeit ist, zeigen auch wissenschaftliche Untersuchungen. In einer im Standard aufgegriffenen Studie zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Heimlichkeit einer Aufnahme und dem Ausmaß der empfundenen Belästigung. Je weniger erkennbar die Aufnahmetechnik war, desto stärker fühlten sich die Betroffenen, zu denen vor allem Frauen gehören, beeinträchtigt.
Die Bundesnetzagentur hält die Brille dennoch nicht generell für eine nach § 8 TDDDG verbotene getarnte Telekommunikationsanlage. Damit verlagert sich der Schutz der Betroffenen vor allem auf das Datenschutzrecht, das allgemeine Persönlichkeitsrecht und gegebenenfalls das Strafrecht.
Einschränkung intransparenter Aufnahmen vs. Verbot
Dabei geht es nicht um ein generelles Verbot von Smartglasses. Die Technologie hat erhebliches Potenzial. Wer Kameras jedoch nahezu unsichtbar in Alltagsgegenstände integriert, muss dafür sorgen, dass Aufnahmen für andere Menschen eindeutig erkennbar bleiben. Eine kleine, leicht abdeckbare Leuchtdiode genügt diesem Anspruch aus meiner Sicht nicht.
Im Beitrag des ZDF-Morgenmagazins geht es unter anderem um die rechtlichen Grenzen solcher Aufnahmen und darum, welche Folgen eine zunehmende Verbreitung intransparenter Kamerabrillen für unser Verhalten im öffentlichen Raum haben kann.
Links zum Thema:
- Zum vollständigen Beitrag im ZDF-Morgenmagazin.
- Beispiele, in denen ich zeige, wie unauffällig sich Fotos erstellen lassen (LinkedIn/Instagram/Mastodon).
- Interview in der Süddeutschen Zeitung zu Smartglasses und Privatsphäre.
- Meine Doktorarbeit zum Thema Smaartglasses im öffentlichen Raum.
- Petition gegen intransparente Smartgasses, zu deren Erstzeichnern ich gehöre.
